Evang. Kirchengemeinde Weilimdorf
Wenn Klarinette und Orgel ins Gespräch kommen: Orgelnacht in Stephanus begeistert Publikum

Wenn Klarinette und Orgel ins Gespräch kommen: Orgelnacht in Stephanus begeistert Publikum

Wenn Klarinette und Orgel ins Gespräch kommen: Orgelnacht in Stephanus begeistert Publikum, Foto Hans-Martin Goede

Zum 13. Mal lud die Evangelische Kirchengemeinde Weilimdorf am Freitagabend, 25. September 2026, zur „Orgelnacht in Stephanus“.

Zu Gast in der Stephanuskirche war das Brüderpaar Christian und Daniel Wolf, das seit 2001 einer denkbar seltenen Besetzung treu geblieben ist: Klarinette und Orgel im Dialog. Etwas mehr als 50 Besucherinnen und Besucher waren gekommen – zu wenige für das, was sie an diesem Abend erleben sollten.

Wenn Klarinette und Orgel ins Gespräch kommen: Orgelnacht in Stephanus begeistert Publikum, Foto Hans-Martin Goede

Pfarrer André Bohnet eröffnete den Abend mit einer Andacht, in der er sehr emotional auf die Klezmer-Musik einging. Anschließend begann das Duo mit jüdischer Klezmer-Musik, von „Ani Ole Lirushalayim“ bis „Sammy’s Freilach“: mal klagend und schwebend, mal tänzerisch und ausgelassen.

Das Programm spannte danach einen weiten Bogen. Auf englische Maskentänze um 1600 folgte Buxtehudes Fuge in C-Dur als Orgelsolo, dann ein zweiter Klezmer-Block mit „Papirosn“ und „Chossn Kalah Mazel Tov“. Im Mittelteil gewannen drei Lieder John Dowlands auf der Klarinette eine vokal anmutende Farbe, und Henry Purcells Chaconne verflocht beide Instrumente kontrapunktisch.

Wenn Klarinette und Orgel ins Gespräch kommen: Orgelnacht in Stephanus begeistert Publikum, Foto Hans-Martin Goede

Höhepunkt waren die beiden Improvisationen. Daniel Wolf holte Register der Stephanus-Orgel hervor, die in der Kirche so noch nie zu hören waren. Bei Christian Wolfs Klarinettenimprovisation baute sich eine Spannung auf, die sich lange nicht löste: Bevor der erste Ton überhaupt erklang, hielt der Raum den Atem an. Erik Saties „1ère Gnossienne“ setzte danach einen meditativen Kontrapunkt, ehe ein dritter Klezmer-Teil mit „The Happy Nigun“ das Konzert tänzerisch beschloss.

Dass die Brüder seit knapp 25 Jahren zusammen musizieren, war durchgehend zu hören. Da kaum Originalliteratur für diese Besetzung existiert, spielen sie überwiegend eigene Bearbeitungen. 

Das Publikum war begeistert und wünschte sich eine Wiederholung. Am 7. März 2027 sind die Wolf-Brüder in Neuhausen auf den Fildern wieder zu hören. Im Anschluss lud die Gemeinde zu einem „Get together“ im Gemeindesaal; der Eintritt war frei, um Spenden wurde gebeten.

Eine umfassende Konzertberichterstattung findet sich auf weilimdorf.de HIER.

Text/Fotos: Hans-Martin Goede