
Für rund 450 Kinder ist am 4. September 2026 die schönste Zeit des Jahres im Ferienwaldheim Lindental zu Ende gegangen. Vier Wochen lang verwandelte sich das Gelände des Waldheims am Waldrand in eine lebendige Spieloase: Unser Sommerferienwaldheim.
Schon am frühen Morgen herrscht auf dem Gelände reges Treiben. Während die ersten Sonnenstrahlen auf das Waldheimgelände scheinen, hört man bereits traditionelle Waldheim-Lieder von den Laufgruppen.
Das Konzept des Ferienwaldheims hat eine lange Tradition, verliert aber kein bisschen an Aktualität. In Zeiten, in denen Kinder immer mehr Zeit vor Bildschirmen und Handys verbringen, bietet das Waldheim einen bewussten Gegenpol. Es geht vor allem um das Freizeiterlebnis und das soziale Miteinander. Hier spielen Alter, Herkunft oder Schulform keine Rolle. Beim gemeinsamen Spielen sind alle gleich.
Das Programm ist vielseitig: Wenn das Wetter es zulässt, finden fast alle Aktivitäten draußen statt. Neben der Erlebniswelt Wald und Natur gibt es Bastelworkshops, Spiel, Sport – und Bewegungsangebote und spannende Ausflüge. Außerdem lädt der große Spielplatz auf dem Gelände zum freien Spielen ein. Wer es ruhiger mag, kann auf den Bänken am Bach mit Bast flechten, oder lauscht den Geschichten, die von den OT vorgelesen werden.
Ein eingespieltes Küchenteam sorgt zudem vier Mal täglich für leckere und frisch gekochte Mahlzeiten – ein Kraftakt, der nur dank zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer im Hintergrund funktioniert.
Ohne die sogenannten OTs („Onkel“ und „Tanten“) – wie die Betreuerinnen und Betreuer im Waldheim-Jargon traditionell genannt werden – wäre das Angebot nicht denkbar. Die meisten von ihnen sind Jugendliche und junge Erwachsene, die früher selbst als Waldheimkinder hier waren. Sie investieren einen Teil ihrer eigenen Sommerferien oder ihres Urlaubs, um den Kindern eine unvergessliche Zeit zu bieten. Vorab wurden sie in Schulungen auf Themen wie Aufsichtspflicht, Erste Hilfe und Gruppendynamik vorbereitet.
Für den achtjährigen Moritz ist das Waldheim das absolute Highlight des Sommers. Stolz zeigt er auf eine halbfertige Konstruktion auf dem ABI, dem Abenteuer-Spielplatz, wo man aus Paletten und Holzresten tolle Hütten bauen kann: „Das wird unser Hauptquartier! Morgen wollen wir noch ein Dach bauen, damit es regendicht ist. Und dann noch ein 2. Stockwerk“! Heimweh? Fehlanzeige. Am liebsten würde er auch nachts hierbleiben.
Wenn an den letzten Freitagen einer jeden Freizeit das große Abschlussfest ansteht, zu dem auch die Eltern eingeladen sind, wird bei vielen sicherlich die eine oder andere Träne fließen. Doch die Erinnerungen an die geschmiedeten Freundschaften und den „Ferienwaldheim-Zauber“ werden den Kindern mit Sicherheit noch lange erhalten bleiben – mindestens bis zum nächsten Sommer, wenn es wieder heißt: Tore auf für das Ferienwaldheim.
Guido Dieringer
